Bremen neu entdecken.
Im Vertrauen: Fragt man den Bremer nach den Attraktionen seiner Stadt, fällt ihm selten mehr als Rathaus, Dom und Roland ein. Dabei hält die Hansestadt nicht von ungefähr einen Spitzenplatz im deutschen Städtetourismus. Hier erste Anregungen für Ihre eigene Entdeckungstour.
Bei Sonne. Der Naturliebhaber genießt im Mai oder Juni die überbordende Blütenpracht in Europas artenreichstem Rhododendronpark oder durchstreift den romantischen Bürgerpark mit seinem charmanten Wildgehege und seinen verschlungenen Wasserläufen.
Wer urbanes Leben schätzt, flaniert durch die City, schlendert durch die mittelalterlichen Gassen des Schnoorviertels, erlebt den bizarren architektonischen Reiz der von Kaffee-HAG-Erfinder Ludwig Roselius gestifteten Böttcherstraße oder spaziert den Schlachte-Boulevard am Weserufer entlang.
Genauso lohnend: ein Abstecher ins Ostertorviertel mit seiner multikulturellen Vielfalt aus gemütlichen Kneipen, schrillen Boutiquen und alternativen Naturkostläden.
Bei Regen. Ob künstlerische Avantgarde in der Weserburg auf dem Teerhof oder Meisterwerke der klassischen Moderne in der Kunsthalle am Wall, ob Natur- und Völkerkunde im Übersee-Museum oder Lokalgeschichte im Focke-Museum: Bremens große Museen präsentieren international bedeutende Sammlungen.
Doch auch kleinere Häuser reizen. Das Design-Zentrum zeigt die Kreationen des Designers Wilhelm Wagenfeldt, das Paula-Becker-Modersohn-Haus in der Böttcherstraße ist den Werken der Worpsweder Malerin und ihrer Zeitgenossen gewidmet.
Und das Universum lädt ein zu einer spannenden Entdeckungstour in die Welt der exakten Wissenschaften. Am Abend.Travestie-Vergnügen beim Madame Lothar? Roulette in der noblen Spielbank? Ein erlebnisreicher Abend im Musical-Theater am Richtweg?
Oder lieber gesellige Gaumenfreuden mit der wohl reichsten Auswahl deutscher Spitzenweine im historischen Ratskeller? - Kulturelle Highlights setzt das Goethe-Theater mit bundesweit beachteten Schauspiel- und Opernin- szenierungen wie auch die Bremer Shakespeare-Company im Theater am Leibnizplatz.
Klassikkonzerte in der Glocke - etwa mit der renommierten Bremer Kammerphilharmonie - lohnen ebenso einen Blick in den prall gefüllten Veranstaltungskalender wie Jazz- und Kabarettabende im Vegesacker Kito.
Nützlicher Link:
Allgemein: http://www.bremen-tourism.de
Eintrittskarten: http://www.tsc.de
Nützliche Adressen:
Bremer Touristik-Zentrale (BTZ), Bahnhofsplatz, Service-Hotline (0 18 05) 10 10 30; Informationen, Eintrittskarten, Stadtrundfahrten, Stadtführungen
Ein Dorf für die Kunst
Ein Dorf für die Kunst
Ein düsterer Himmel wölbt sich über der endlosen Ebene. Nichts als Wiesen, von sumpfigen Fleeten durchzogen, windzersauste Birken, da und dort ein einsames Gehöft, von knorrigen Eichen beschützt.
Es war der melancholische Charakter dieser Landschaft, der um die Wende zum 20. Jahrhundert Künstler ins Teufelsmoor zog.
Hier war der Ort für August Mackensen, Fritz Overbeck, Otto Modersohn, seine Frau Paula Becker und später Heinrich Vogeler, einen neuen unverklärten Blick auf die Natur zu entwickeln, das karge Land und die darin lebenden Menschen in Bilder von zeitloser Schönheit zu übersetzen.
Was als alternative Künstlerkolonie begann, prägt Worpswede, gut 20 km vor den Toren Bremen gelegen, bis auf den heutigen Tag. Kunsthalle und Große Kunstschau präsentieren die Werke der Kolonisten, aber auch Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern, die in dem charmantem Ort ihre Inspirationen finden.
Zahllose Galerien und Ateliers von Malern und Kunsthandwerkern, darunter das Kulturzentrum Alte Molkerei, empfangen den neugierigen Besucher; nicht wenige Ateliers bieten kreative Kurse und Workshops an.
Lohnend ist auch ein Besuch des Barkenhoffs, des Wohnhauses von Heinrich Vogeler, der Worpswede mit dem Entwurf des Bahnhofs ein sehenswertes Kleinod der Jugendstilarchitektur hinterließ.
Übrigens: Hier startet die Kleinbahn "Moorexpress", die auf ebenso nostalgische wie bequeme Weise zur Entdeckung der landschaftlichen Reize des Teufelsmoors einlädt.
Wer nach anregendem Kulturspaziergang durch Worpswede die Lebensgeister erfrischen will, findet ein breites Angebot an urigen Gaststätten und hübschen Cafés, darunter das 1927 nach Entwürfen von Bernhard Hoetger fertig gestellte Niedersachsen-Café.
Dass die Einheimischen davon nur als "Café Verrückt" sprechen, wird der Gast schon beim Anblick des expressionistischen Backsteinbaus gern nachvollziehen.
Nützlicher Link:
Allgemein http://www.worpswede.de
Nützliche Adressen:
Worpsweder Touristik GmbH, Philine-Vogeler-Haus, Bergstraße 13
Tel. (0 47 92) 95 01 21
Hafenrundfahrt
Hauptbahnhof
Marktplatz
Schlachteboulevard
Überseemuseum
AWD Dome
Böttcherstraße
Bürgerpark
Der Barkenhoff
Das Teufelsmoor











